Versorgungsatlas

Lexikon

Angestellte Ärztinnen und Ärzte
Ein Arzt, der in das Arztregister eingetragen ist, kann mit Genehmigung des Zulassungsausschusses bei einem Vertragsarzt oder MVZ angestellt werden, sofern für die Arztgruppe des anzustellenden Arztes keine Zulassungsbeschränkungen angeordnet sind. Gelten Zulassungsbeschränkungen, kann eine Anstellung im Rahmen des Job-Sharings in Betracht kommen. Der Vertragsarzt kann ferner auf seine Zulassung verzichten, um sich bei einem anderen Vertragsarzt oder MVZ anstellen zu lassen.

Arztregister
Die Kassenärztlichen Vereinigungen führen für jeden Zulassungsbezirk das Arztregister. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung führt das Bundesarztregister auf Bundesebene. Die Voraussetzung für die Eintragung in das Arztregister ist die Approbation als Arzt sowie eine abgeschlossene Weiterbildung. Ein Psychotherapeut kann eingetragen werden, wenn er approbiert ist und die Fachkunde in einem Richtlinienverfahren nachweist. Für die Eintragung in das Arztregister ist ein Antrag erforderlich.

Bedarfsplanung
Die Bedarfsplanung regelt, wie viele Ärzte und Psychotherapeuten es in einem Planungsbereich geben soll, um eine ausreichende ambulante Versorgung zu sichern. Ärzte und Psychotherapeuten können eine Zulassung erhalten oder sich anstellen lassen, wenn freie Arztsitze vorhanden sind. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen stellt offene Vertragsarztsitze oder Sperrungen regelmäßig fest. Rechtliche Grundlage ist die vom Gemeinsamen Bundesausschuss verabschiedete Opens external link in new windowBedarfsplanungs-Richtlinie.

DRG (Diagnosis Related Groups)
DRG bezeichnen ein Patientenklassifikationssystem, in dem stationäre Behandlungsfälle anhand bestimmter Kriterien (meist die Hauptdiagnose) ihrem ökonomischen Leistungsaufwand zugeordnet werden.

Gemeinsamer Bundesausschuss
Der Opens external link in new windowGemeinsame Bundesausschuss (GemBA) als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung bestimmt in Form einer untergesetzlichen Richtlinie den Rahmen für die regionale Bedarfsplanung. Ferner beschließt der Gemeinsame Bundesausschuss den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung und Maßnahmen der Qualitätssicherung für den ambulanten und stationären Bereich. Der Gemeinsame Bundesausschuss ist eine eigenständige juristische Person des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin.

RRS (Relativer Risikoscore)
Der RRS ist eine Maßzahl für den morbiditätsbedingten Leistungsbedarf. Dabei ermittelt der RRS unter Berücksichtigung des Alters, des Geschlechts und der dokumentierten Diagnosen das Risiko der Leistungsinanspruchnahme einer Person oder einer Bevölkerung im Vergleich zum Durchschnitt. Als Referenzwert wurde in den Analysen des Versorgungsreports der nordrheinische Durchschnitt gewählt, der jedoch fast identisch mit dem Bundesdurchschnitt ist.

Überversorgung
Ein Planungsbereich gilt als überversorgt, wenn die Arztdichte einer Fachgruppe 110 % übersteigt. Es tritt eine Zulassungsbeschränkung ein. Der Planungsbereich wird für die Arztgruppe für weitere Niederlassungen gesperrt.

Unterversorgung
Von Unterversorgung spricht man, wenn der Versorgungsgrad den Bedarf an Hausärzten um mehr als 25 % und bei Fachärzten um mehr als 50 % unterschreitet.

Vertragsarztsitz
Die Zulassung des Vertragsarztes erfolgt für den Ort der Niederlassung als Arzt. Dies bezeichnet man als Vertragsarztsitz, der durch die konkrete Praxisanschrift des Vertragsarztes bestimmt wird. Die Bindung an den Vertragsarztsitz verhindert, dass Ärzte ihre Tätigkeit im Umherziehen ausüben und ist von Bedeutung für die Sicherstellung unter örtlichen Gesichtspunkten, wie die Bestimmung von Über- und Unterversorgung. Am Vertragsarztsitz muss der Vertragsarzt seine Sprechstunden abhalten.

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI)
Das Opens external link in new windowZI ist ein Forschungsinstitut, das von den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen wird. Mit wissenschaftlichen Analysen und Studien liefert es Informationen zur vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland und deren Qualität.

Zulassung
Um die Zulassung als Vertragsarzt kann sich jeder Arzt bewerben, der in das Arztregister eingetragen ist. Die Eintragung setzt die abgeschlossene Weiterbildung voraus. Die Zulassung bewirkt, dass der Vertragsarzt Mitglied der KV wird und zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Umfang seines aus der Zulassung folgenden zeitlichen vollen oder hälftigen Versorgungsauftrages berechtigt und verpflichtet ist.