Versorgungsatlas

Hausärzte aus der Generationen-Perspektive

In der Debatte um den medizinischen Nachwuchs spielt die Vorstellung eines Generationenwechsels eine große Rolle: Die Älteren gehen in den Ruhestand und machen Platz für eine neue Generation, die – so der Tenor der Debatte – neue Vorstellungen von ärztlichen Arbeitsformen hat und diese auch durchsetzen will.

Pauschale Zuweisungen einzelner Merkmale und Präferenzen zu einer Altersklasse werden der Realität sicherlich nicht gerecht. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die ambulanten Versorgungsstrukturen aus der Generationenperspektive: Die Darstellungen zeigen, wie sich über einen Fünfjahreszeitraum die Zusammensetzung der Ärzteschaft (hier: Hausärztinnen und -ärzte) verändert hat. Anders als bei einer bloßen Betrachtung des Durchschnittsalters kann man dieselben Geburtenjahrgänge über die Zeit verfolgen.

Interessant sind die regionalen Unterschiede: In manchen Mittelbereichen hat sich der Generationenwechsel bereits zu einem großen Teil vollzogen, in anderen noch nicht. Einige Regionen behalten ihren Platz in der Rangliste über die Zeit, andere verändern sich. Ein Stadt-Land-Gefälle ist nicht zu erkennen. Die Karten spiegeln die Dynamik des Niederlassungsgeschehens wider: Individuelle Entscheidungen zur Praxisübergabe haben einen großen Einfluss auf die Statistik, aber auch mancherorts das wachsende Problem, Nachwuchs für Hausarztpraxen zu finden.

Die „Generation X“ umfasst die Jahrgänge 1966-1985 und ist die jüngste Generation in der ambulanten Versorgung. Die vielzitierte „Generation Y“ arbeitet momentan noch im Krankenhaus und wird erst in kommenden Jahren die Facharztprüfung ablegen und sich niederlassen. Die hier als „Generation Babyboomer“ bezeichnete Altersklasse umfasst die Jahrgänge 1956 bis 1965, die „Generation Wirtschaftswunder“ die Jahrgänge 1955 und älter.